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BNE Vertiefung

Einstieg

Informationen für alle BNE Experten und alle die es werden wollen. Die BNE-Vertiefung soll eine gut gepackte Grundlage bieten um weitere Details zu den Fragen nach Kompetenzen, Themenfeldern, Prinzipien und Kernelementen der BNE zu erfahren.

Ziel der BNE ist es dabei nicht, die Menschen, wie mit einem Verhaltenskodex, in eine bestimmte Richtung zu lenken, vielmehr will sie einen individuellen und gesellschaftlichen Such-, Lern- und Gestaltungsprozess anstoßen mit dem Anspruch der Aushandlung der besten Lösungen unter dem ethischen Prinzip einer nachhaltigen Entwicklung.

 

Themen und Handlungsfelder

Die Vielfalt an Themen und Inhalten im Sinne der BNE ist groß. Wichtig, bei der Vielfalt an Themen und Inhalten ist, dass sie Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung beinhalten und sich an folgenden Kernelementen orientieren:

VERKNÜPFUNG - Ökologischer, Ökonomischer, Kultureller und            Sozialer Aspekte.

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        GERECHTIGKEIT - Unsere gegenwärtige Lebens- und Wirtschaftsweise muss so gestaltet sein, dass auch künftige Generationen die Chance behalten, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

 

                                                                                                            GANZHEITLICHE SICHTWEISE - Komplexe Sachlagen können nur mit der Zusammenführung und dem aufzeigen unterschiedlichster Sichtweisen und mithilfe verschiedener Disziplinen betrachtet werden.

 

                                                                                                                        TEILHABE - Damit Teilhabe an Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen gelingen kann sollten die Bildungsangebote methodisch so gestaltet sein dass diese Fähigkeit unterstützt wird.

 

 

ZUSAMMENHÄNGE ERKENNEN - lokale Handlungen und globale Ereignisse stehen in enger Wechselwirkung miteinander.

 

 

                                                                                                                      BEZUG ZU DEN ALLTAGSVORSTELLUNGEN UND LEBENSWELTEN DER ZIELGRUPPE - damit die Zielgruppen Ihre eigenen Lebensstile reflektieren können und Handlungspotenziale entstehen. 3

 

 

Die nachfolgenden Themen und Handlungsfelder sind Beispiele für geeignete Themenfelder der BNE. 

Ernährung & Gesundheit, Klimaschutz, Mobilität & Verkehr, Biologische Vielfalt – Arten & Lebensräume, Kulturelle Vielfalt, Eine Welt & fairer Handel, Erneuerbare Energien & Energiesparen, Garten, Selbstversorgung & Permakultur, Wald, Wasser & Gewässer, Nachhaltiges Leben und Wirtschaften, Frieden, Demokratie & Partizipation;

Sie stellen Bezüge zur Agenda 2030 her und greifen Zielkonflikte zwischen den Nachhaltigkeitszielen auf.

BNE, globales Lernen, Umweltbildung

Die Grundfrage ist, in welchem Verhältnis stehen diese Bildungskonzepte zueinander und ist BNE vielleicht nur ein Auffangbecken für jede Art von Bildungsanliegen.

Wo fängt BNE an und wo hört Umweltbildung auf und wann spricht man von globalem Lernen ? Diese Fragen werden bis heute kritisch diskutiert.

Alle drei Bildungskonzepte haben ein fächerübergreifendes Bildungsanliegen.

"Globales Lernen [...] versteht sich als pädagogische Antwort auf die Anforderungen die durch die Globalisierung in allen Lebensbereich gestellt werden." 5 Globales Lernen beschäftigt sich traditionell eher mit sozialen, ökonomischen und menschenrechtlichen Entwicklungsaspekten, öffnet sich aber seit den 90ger Jahren verstärkt, auch durch die BNE Bewegung, ökologischen Fragestellungen.6

"Globales Lernen reagiert [damit] auf den politischen Diskurs über Entwicklungszusammenarbeit und Globalisierung, dessen Anliegen globale Gerechtigkeit ist." 8

Die Umweltbildung hat Ihre Wurzeln in den 60er und 70er Jahren insbesondere der Bericht des Club of Rome zu den Grenzen des Wachstums oder auch das Buch von Rachel Carson "Der stumme Frühling" verstärkte die Diskussionen um Umweltverschmutzung, industrielle Produktionsweisen und die westlichen Konsummodelle.

Das Bildungsanliegen der Umweltbildung legt einen Schwerpunkt auf den Aufbau von Kompetenzen zum verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt, thematisiert die Ressourcenfrage und ist primär ökologisch ausgerichtet und "reagiert auf den politischen Diskurs über Umweltprobleme, dessen Anliegen die Erhaltung der natürlichen Ressourcen und Ökosysteme ist." 8

"Sie wird teilweise sehr unterschiedlich interpretiert und bezeichnet, u.a. Naturerlebnispädagogik, Naturerfahrung, Naturbildung oder naturbezogene Pädagogik. Gemeinsam ist allen die Auseinandersetzung mit der Mensch-Natur-Beziehung." 7

Und BNE ? BNE ist eine Reaktion auf den politischen Diskurs über Nachhaltige Entwicklung, dessen Anliegen das Sichern eines Guten Lebens für alle - inter- und intragenerationell - ist. vgl.8

Zusammenfassend kann man festhalten das fächerübergreifende Bildungsanliegen wie z.B. das globale Lernen sich in ihren didaktischen Konzepten nicht verschmelzen lassen, sich nicht gegenseitig ersetzen und auch nicht auseinander hervorgehen, sondern dass es sich vielmehr um je eigenständige Anliegen handelt mit konsistenten didaktischen Konzepten, in denen Inhalte, Prinzipien und Ziele auf unterschiedliche Legitimationsgrundlagen abgestimmt sind.

Die verschiedenen Bildungsanliegen stehen nicht in Konkurrenz zueinander im Hinblick darauf, welches das bessere Anliegen ist, sondern es sind unterschiedliche Anliegen, die auf andere Herausforderungen und gesellschaftliche Grundanliegen reagieren. Die verschiedenen Bildungsanliegen sind nicht in jedem Punkt vergleichbar, sie lassen sich aber nicht gegenseitig ersetzen oder ineinander überführen, ohne ihr Wesen zu verlieren." 8

Alle drei Bildungskonzepte weisen also Schnittmengen zu den anderen Konzepten auf und gemeinsam eint sie das Ziel eine Zukunft zu gestalten in der wir dauerhaft leben und wirtschaften können ohne uns die eigenen Lebensgrundlagen zu entziehen.

Kompetenzen

Was sind Kompetenzen ?

Unter dem Kompetenzbegriff versteht man die Entwicklung von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissensbeständen die den Lernenden in die Lage versetzt, selbstbestimmt, verantwortungsvoll sowie sozial zu denken und zu handeln. 9 Er hat seinen Ursprung in der Wissens- und Lernpsychologie. Kompetenzen bilden dabei ein Konglomerat aus Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Motiven und emotionalen Dispositionen. Diese Komponenten sind Bestandteil jeder Kompetenz und dabei nicht als unabhängig voneinander, sondern in ihrem Zusammenspiel zu betrachten. Kompetenzen ermöglichen in verschiedenen komplexen Situationen selbstorganisiertes Handeln, wobei sie situations- und kontextbezogen mobilisiert werden. Kompetenzen sind veränderbar: Sie entwickeln sich im Handeln (weiter) - auf der Grundlage von Erfahrungen und Reflexion. 10

Warum reicht nicht Wissen ?

Die Vermittlung von Problemwissen allein führt nicht zur Veränderung des nachhaltigen Verhaltens.11      Der Zusammenhang zwischen dem Wissen über eine nachhaltige Lebensweise, dem Bewusstsein für eine nachhaltige Lebensweise und dem tatsächlichen Alltagsverhalten ist nach bisherigen Stand der Wissenschaft sehr gering. Kompetenzen hingegen bieten die Möglichkeit die Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung mitzugestalten, eigene Handlungen und Handlungen anderer zu reflektieren und darauf aufbauend eigenen Positionen zu entwickeln.

Was sind Kompetenzen im Sinne einer BNE ?

Kompetenzen im Sinne einer BNE ermöglichen es dem Lernenden, erfolgreich im Sinne der Nachhaltigkeit aktiv zu werden und bei der Lösung von globalen Herausforderungen eine aktive Rolle einzunehmen. Dabei geht es weniger darum, vordefinierte Werte zu vermitteln, sondern darum die Lernenden in  Auseinandersetzung zu Ihrer Wertehaltung und den Werten die Ihnen mit der Idee der nachhaltigen Entwicklung begegnet zu bringen. 12

Aktuell werden, je nach pädagogischen Praxisfeld, folgende Kompetenzmodelle im Rahmen der BNE eingesetzt:

1. OECD DeSeCo-Kompetenzmodell

2. Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz nach Prof. Dr. Gerhard de Haan

3. Rieckmann, Marco: Schlüsselkompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung der Weltgesellschaft (Ergänzung des Konzepts der Gestaltungskompetenz und Überwindung der eurozentrischen Sichtweise)

4. Schlüsselkompetenzen nach dem Orientierungsrahmen der KMK für Globales Lernen

5. Schlüsselkompetenzen für Nachhaltigkeit der UNESCO (Education for Sustainable Development Goals, ESD)

Darüber hinaus werden aktuell in der Wissenschaft auch Schlüsselkompetenzen in einem normativ-ethische Rahmen diskutiert und der Frage nach einer BNE für Nachhaltigkeitsbürger oder aber auch die Frage nach Schlüsselkompetenzen aus Sicht der Degrowth Bewegung verbunden mit der Beförderung einer starken Nachhaltigkeit nachgegangen.

Prinzipien

Was sind didaktische Prinzipien ?

Jede Konzeption eines Bildungsangebotes beginnt mit einer Reihe von Fragen und viel Mühe in der Vorbereitung. Damit diese Mühe sich auch lohnt, helfen "Grundregeln" an denen man sich orientieren kann. Die Didaktik, als " Kunst und Wissenschaft des Lehrens und Lernens" bietet solche "Grundregeln".

Was sind die didaktischen Prinzipien der BNE ?

"Es wird zwischen allgemeinen und spezifischen didaktischen Prinzipien unterschieden, wobei allgemeine didaktische Prinzipien solche sind, die in vielen anderen Fachbereichen und Bildungsanliegen ebenfalls eine wichtige Rolle spielen und somit nicht spezifisch für BNE sind." 13

Spezifische didaktische Prinzipien der BNE sind die Visionsorientierung, das vernetzende Lernen und die Partizipationsorientierung. In der BNE sind folgenden didaktische Prinzipien 13 wichtig:

  • Selbst organisiertes und selbst bestimmtes Lernen,
  • Arbeit an wirklichkeitsnahen oder realen Problemen und Situationen - Projekte im lokalen Umfeld (System-, Problemlösungs- und Handlungsorientierung)
  • Erwerb von Wissen in sozial und persönlich bedeutsamen Situationen (situiertes Lernen),
  • Anschluss an die Lebens- und Erfahrungswelt der Lernenden,
  • Dialog- und Selbstreflexionsfähigkeit (Verständigungs- und Werteorientierung)
  • Partizipationsfähigkeit (Kooperationsorientierung),
  • Entwicklung von Alternativen (z.B. in Simulationen),
  • Lernende erfahren sich als Teil der Weltgesellschaft (globale Orientierung) 
  • Visionsorientierung (positiver, optimistischer Zugang zu gesellschaftlichen Entwicklungen).14

BNE Praxisbeispiel

Damit greifbarer wird wie die dargestellten Prinzipien und Kompetenzen in der Praxis im non-formalen Bereich Anwendung finden soll an dieser Stelle (wechselnd) ein Praxisbeispiel vorgestellt werden.    

Praxisbeispiel zum Download

KONTAKT

Susanne Schönewald

Koordinatorin Bildung für nachhaltige                  Entwicklung

Landeszentrum Wald Sachsen-Anhalt
Betreuungsforstamt Westliche Altmark
Hagenstraße 11
38486 Klötze

Tel: +49 3909 402 130
Mobil: +49 162 7395700

 

E-Mail.: koordinierungsstelle(at)lzw.mlu.sachsen-anhalt.de